Rumänien

Kooperation der JEV mit den Salvatorianerinnen und Salvatorianern in Temeswar
JEV steht für "Jesuit European Volunteers" eine Organisation des Jesuitenordens, die jungen Erwachsenen ermöglicht sich ein Jahr (Freiwilliges Soziales Jahr) im In- und Ausland zu engagieren. Dabei stehen vier Grundlinien im Vordergrund: Einfacher Lebensstil, gelebter Glaube, Leben in Gemeinschaft und Einsatz für Gerechtigkeit.
Im September hat der europäische Freiwilligendienst sein 20jähriges Bestehen gefeiert und seit bereits fünf Jahren sind JEVs auch in Temeswar und arbeiten dort in verschiedenen sozialen Einrichtungen der Caritas*. Wir, Hanna, Maria, Mirjam und Tamara, sind jetzt der sechste Jahrgang und sind in folgenden Arbeitsstellen eingesetzt: Hanna arbeitet im Frauenhaus, wo Frauen, die Opfer psychischer und physischer Gewalt wurden, mit ihren Kindern Zuflucht finden. Sie ist dort für die Kinderbetreuung zuständig und Mirjam macht gegenüber in einem Kinderheim zwei Tage pro Woche ganz ähnliche Arbeit und ist sonst in einer Behindertenwerkstatt tätig. Maria arbeitet in einem etwas außerhalb von Temeswar liegenden Dorf mit schwerstbehinderten Kindern. Mit behinderten Kindern und Jungendlichen arbeitet auch Tamara. Dort bastelt, singt, tanzt und spielt sie mit den Kindern. Jeder Tag hält neue Überraschungen für uns bereit.
Wir alle arbeiten zusätzlich noch einen Tag pro Woche in der Suppenküche des ansässigen Salvatorianerklosters, wo wir Suppe und Brot an Obdachlose verteilen. Jede von uns besucht auch noch einmal oder mehrmals pro Woche alte, allein stehende Leute. Wir helfen bei der Körperpflege, putzen und kaufen ein. Nicht nur unsere Arbeit, sondern auch
unsere Freizeit stellen wir ganz unter das Motto "Miteinander leben – voneinander lernen" und verbringen sie mit dem Erkunden der Umgebung und anderen gemeinsamen Unternehmungen. Weitere Informationen über JEV auf der Homepage: www.jev-online.de.

  JEV-Team 2006/2007 (v.l.n.r.) Mirjam Skala, Maria Söllner, Tamara Schweiger, Hanna Schulte
 

Aus dem Rundbrief der JEVlerin Tamara:
"... Die kommunistische Misswirtschaft hat viele Schattenseiten hinterlassen und wir arbeiten hier in Kreisen, in denen wir greifbar mit solchen Schicksalen konfrontiert sind. So bin ich immer noch zwei Mal die Woche in der Suppenküche des Klosters, deren Besucherzahl mit dem Abfallen der Temperaturen, wächst. Allmählich kennt man die Gesichter und kommt zögernd auch mal mit einzelnen ins Gespräch. An einer handvoll Abenden bin ich nach der Arbeit in Carani noch in das Nachtasyl gegangen. Dort stehen hundert Betten für Menschen bereit, die sonst die Nacht auf der Strasse verbringen müssten. Die Bettenkapazität ist momentan bereits ausgelastet und neu Anfragende müssen abgewiesen werden. Derzeit leben auch zwölf Kinder im Kindergartenalter dort und sie freuen sich über Ablenkung oder Besuch jeglicher Art. Gerne würde ich dort regelmäßiger am Abend ein paar Stunden verbringen, doch mit Sprachkurs, Besuchsdienst und Kommunitätsabend ist die Woche meist schon recht verplant, und ich muss doch einigermaßen zeitig ins Bett, sonst fällt es mir in der Frühe sehr schwer raus zu kommen. Die fremde Sprache, die einen, so bald man die Wohnung verlässt, ständig umgibt, saugt unbemerkt, überraschend viel Energie."...